10. Sammlungstagung, Mainz, 13. – 15. September 2018

Knotenpunkte: Universitätssammlungen und ihre Netzwerke

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Universitätssammlungen bildeten sich im 18. Jahrhundert als „zentrale Begegnungsorte“  (Dominik Collet) heraus, an denen Akademiker
und Amateure, Text- und Dingwissen, alte und neue Welt miteinander in Beziehung traten. Die Sammlungen öffneten die Universitäten für neue Akteursgruppen sowie für neue Formen und Praktiken des Wissens.

Bis heute bilden universitäre Sammlungen keine abgeschlossenen Räume, sondern versammeln Menschen genauso wie Objekte und fungieren weiterhin als „contact zone“ (James Clifford). Sie sind vielfach quer zu Disziplinen und Institutionen miteinander sowie mit außeruniversitären Feldern verflochten – schon allein durch die Biographien ihrer Objekte. Über die verschlungenen Wege, auf denen die Sammlungsbestände häufig an die Universitäten gelangten, ihre wechselnden Nutzungen und ihre Verbindungen zu verschiedenen Akteuren wie Urheber*innen, Sammler*innen, früheren Besitzer*innen, Forschenden und Studierenden bilden sie Knotenpunkte ausgedehnter Netzwerke. Die Perspektiven auf ihre Objekte sind dabei immer wieder unterschiedlich, je nach Blickwinkel erhalten diese andere Bedeutungszuschreibungen und Verwendungszusammenhänge.

Die Sammlungstagung, die die Johannes Gutenberg-Universität Mainz gemeinsam mit der Gesellschaft für Universitätssammlungen vom 13. bis 15. September 2018 ausrichtete, hat die Beziehungsnetze der Sammlungen und die unterschiedlichen Perspektiven auf ihre Objekte in den Blick genommen. Es wurde ausgelotet , welches Potential sich daraus für Kooperationen mit anderen Fächern, mit inner- und außeruniversitären Partnern, auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene ergibt.

Anhand von theoretisch-reflektierenden Beiträgen und von Praxisbeispielen wurden die Chancen und der Ertrag sammlungsbezogener Kooperationen in den Blick genommen. Wie werden Sammlungen zu aktiven „Begegnungsorten“, wie finden sich Partner? Welche Motivation, Zielsetzung und Bedeutung hat die Aktivierung der Netzwerke rund um die Objekte? Welche Irritationen verursachen die Begegnungen? Welche neuen Perspektiven auf die Objekte ergeben sich? Wie wirkt sich die konkrete Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern auf objektbezogene Erkenntnisprozesse aus, wie auf die Weiterentwicklung von Sammlungen und das Selbstverständnis des eigenen Arbeitsfeldes? Es wurde aber auch kritisch nach den Grenzen und Problemen in Kooperationen gefragt. Welche Kommunikationshürden bestehen, woran scheitern Projekte? Was kann zu ihrem Gelingen beitragen?

Kontakt Sammlungskoordination
der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Bildlegende: Modell zur Knotentheorie (Kleeblattschlinge) aus der Sammlung Geometrischer Modelle der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Foto: Thomas Hartmann